Schlagermove – Woodstockfeeling pur

Das hätte ich selbst nicht gedacht, dass mich dieses Festival so flashen würde. Es war ein wirklich krasses Erlebnis!

Aber der Reihe nach. Wie bereits angekündigt, bezogen Ina und ich, unser Zugabteil morgens um acht. Wir hatten einen schönen Platz mit Tischchen, was einen Campingcharakter mit sich brachte. Wir hatten am Düsseldorfer Hauptbahnhof Frühstück und Kaffee gekauft und ließen es uns erst einmal schmecken. Wir waren absolut guter Laune und voller Vorfreude. Wir beide hatten ja die Nacht schon gemeinsam bei Ina verbracht und so war auch der Vorabend schon richtig schön gewesen.
Wir machten zimmerlaut Musik an und um exakt viertel vor neun nickte Ina mir zu und grinste. Ich wusste sofort was gemeint war….die erste Büchse Bier sollte den Weg in unsere Münder finden. Ich muss schon zugeben, man kommt sich schon ein bisschen daneben vor…

img_3640Aber egal…so war es ja nur heute… konnten wir doch mit uns einmal gnädig sein. Langsam aber sicher füllte sich der Zug und von Station zu Station, stiegen immer mehr feierlustige Menschen ein. Puh Glück gehabt….die tranken auch…zisch, die nächst Dose wurde nach einem einvernehmlichen grinsen geöffnet. Dies erfreute auch unseren Schaffner -Herrn Fröhlich- kein Wirtz! Der Typ hieß wirklich so!! Als er nach fast einer Stunde, zum wiederholten Mal an uns vorbei kam, ermahnte er uns, dass wir doch nicht etwa die ganze Fahrt bis Hamburg, uns an einer einzigen Büchse Bier festhalten wollten. Und da wir artige Mädels sind, gehorchten wir und zogen noch zwei weitere Exemplare, wohlschmeckenden Gesöffs aus unseren Rucksäcken. In Hamburg angekommen, sah das dann doch schon sehr ansehnlich aus 🙂

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Prima! Das hätten wir schon mal geschafft und ausm Kopp…ähm im Kopp. Die Laune war hervorragend. Vorm Bahnhof Altona nahmen wir dann erst einmal bei herrlichem Wetter platz und aßen unseren mitgebrachten Kartoffelsalat und die leckeren Frikadellen von Ina.

Es stellte sich heraus, dass die Stärkung auch echt nötig war, da wir dann doch einen ziemlich beträchtlichen Fußweg bis zum Hotel zurück legen mussten. Aber das Wetter war, wie bereits erwähnt, herrlich und so genossen wir den Spaziergang nach den Stunden im Zug. Im Hotel angekommen bezogen wir unsere Zimmer und warfen uns begeistert aufs Bett. Als wäre es vorher abgesprochen gewesen, chillten wir ne Runde und schliefen beide ein. Nun ja, das kleine Mittagsschläfchen hatten wir uns ja auch redlich verdient ;-).
Gegen 16 h starteten wir zwei dann fröhlich und auf Hippy gestylt Richtung Reeperbahn.

img_3648Gott sei Dank trafen wir auf dem Weg zur S-Bahn einen netten Hamburger, der uns buchstäblich ans Händchen nahm. Wie auch damals schon in Berlin, fielen ein paar S- oder U-Bahnen aus wegen Bauarbeiten. Wir zwei Fahrplanlegasthenikerinnen wären ja nie auf der Reeperbahn angekommen. Nochmal Danke, falls du das hier ließt 😉
Aber wir hatten ja mal wieder Glück und kamen dann bald an. Heidewitzka, da war ja schon ganz schön was los! Das Publikum vermischte sich und man konnte gut erkennen, wer, warum, wo unterwegs war. Die Stimmung war schon jetzt ausgelassen und man bot uns mehrfach an mitzufeiern. Artig lehnten wir beide ab und suchten uns erst einmal eine nette Pizzeria und schafften eine Grundlage für den Abend. Auch hier trafen wir schon wieder auf eine feierlustige Mädelstruppe aus Stuttgart. Wir aßen und tranken und beschlossen dann, den Rückmarsch Richtung Reeperbahn in Angriff zu nehmen. Es füllte sich immer mehr, nur leider ließ das Wetter plötzlich nach und es fing an zu regnen. Aus diesem Grund machten wir uns gegen 19.30 h, schnellen Schrittes, auf den Weg zum Heiligengeistfeld, wo eine große Partyarea aufgebaut war. Aus fünf Zelten, die kreisförmig aufgebaut waren, dran Schlagermusik. Aber, und das freute mich besonders, es waren nicht, wie von mir zuerst erwartet, die sogenannten Mallorcaschlager, sondern altes deutsche Liedgut 😉 ‚Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben’…und ‚Du kannst nicht immer 17 sein’…schmetterte es uns entgegen. Das war ja mal geil….witzig war, dass auch Ina, mit ihrem süßen 24 Lenzen, die ganzen Dinger mitsingen konnte und sie war zudem auch noch textsicher!!! Dank ans Elternhaus ;-).
Wir blieben nicht lang alleine. Wir lernten Männer aus Wien und München kennen und um so mehr man sich unterhielt, um so klarer wurde, die ganze Welt war zu Gast in Hamburg…irre! Aber, wie könnte es anders sein….wir trafen auch Leute aus unserem kleinen Heimatstädtchen. Verrückt! Wir genossen den Abend, tanzten und tranken und feierten und machten uns schließlich gegen 0.00 h auf den Heimweg. Jaaa! Wir waren ganz anständig und wollten noch einigermaßen fit, den Haupttag Samstag erleben. Was uns auch einigermaßen gut gelang. Klar hatten wir leichte Kopfschmerzen am Samstagmorgen, aber die ließen nach, als uns die restliche Truppe mit Prosecco versorgte. 12 Leute waren wir in unserer Clique, die einer nach dem anderen eintrudelten. Ja und dann ging es um 13 h los….mit allemann zum Ballerman…ähm nein zur Reeperbahn bzw. zum Heiligengeistfeld, wo der Loveparade ähnliche Zug Aufstellung nahm. Kinder war hier was los…Irre was sich uns hier bot…

Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Auch wir hatten Karten für einen der 45 Wagen geordert. Nr. 44 war unserer! Und los ging es. 14 h Wagenbezug und los ging die Party. Die Getränke waren bereits im Eintrittspreis enthalten und so konnte unsere feucht fröhliche Party starten. Und das tat sie. Um 15 h setze sich der Convoy in Bewegung. Ich denke es war bestimmt 16 h bis wir den Platz verließen. Aber was sich uns dann bot war einfach gigantisch. Die Stimmung war so toll. Die Menschen tanzten und feierten wirklich woodstockgleich. So viel love und pease hatte ich noch nie erlebt. Man jubelte uns zu und wir jubelten den Feiernden am Straßenrad zu. Obwohl ich zugeben muss, dass mich mehrfach das Gefühl von Dekadenz überkam. Einerlei war mir das nicht, dort oben auf dem Wagen durch die Stadt gefahren zu werden. Merkwürdiger Weise ging es Ina genauso. Irgendwann sagte sie „ich muss hier mal runter“ und ließ mich wissen, dass sie mit den gleichen Gefühlen wie ich sie hatte, kämpfte. Auch die Security, die unseren Wagen, bzw. die Menschen auf den Straßen schützte, machte uns nachdenklich. Ich denke es waren acht bis zehn Männer UND FRAUEN, die ein dickes Seil um den Truck spannten. Das war ein Knochenjob. Sie tranken nichts!! Bis 20 h schützten sie den Wagen und die Menschen. Einmal hatte Ina eine Cola nach unten gereicht, weil sie sich sorgte und sofort wurde dies vom Veranstalter verboten. Ganz ehrlich, das hat uns beide schon ganz schön beschäftigt und wir wünschten, dass man sich für die Sicherheit vielleicht eine andere Lösung einfallen lassen würde….
Nun gut. Trotzdem war es ein wirklich gelungenes Festival und man hatte den Eindruck, dass es bis zum Schluss friedlich blieb. Die Reeperbahn und das Heiligengeistgelände blieb gut besucht bis in die frühen Morgenstunden. Nein! Das kann ich nicht aus eigenem erleben berichten. Ich war wieder gegen 0.00 h im Bett. Ich war feddisch! Alkohol und das lange Stehen zollten irgendwann ihren Tribut. Ich bin ja nun keine 24 mehr!! 😉
Die Informationen bezüglich der langen Partynacht bekamen wir auf der Rückfahrt im HKX!
Auch diese Fahr soll noch kurz erwähnt werden. Wir teilten das Zugabteil mit vier anderen Frauen, die allesamt auf dem Schlagermove gewesen waren. Wir machten einander bekannt und erzählten fast die ganze Rückfahrt von unseren Erlebnissen. Den Tanzwagen im Zug besuchten wir aber nicht mehr. Wir waren doch alle ziemlich geschafft und erfreuten uns der Schlagerklänge, die immer noch aus den verschiedenen Abteilen zu uns drangen. Und so ging ein wirklich wunderschönes Wochenende vorbei….Und diesmal singe ich, frei nach Andrea Berg, ‚ich würd es wieder tun’……

Also mein Fazit: Auch wer nicht unbedingt schlageraffin ist……dieses Festival ist auf jeden Fall einen Besuch wert!!!

Alles Liebe
Frau Schwarzbrot

 

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Langes Wochenende – Schlagermove

Es ist soweit! Ich bin dann mal wieder weg! Ein ultralanges Wochenende steht vor der Tür. Morgen früh, irgendwas gegen acht, sitzen Ina und ich im Zug nach Hamburg. Wir haben selbstgemachten Kartoffelsalat, selbstgemachte Frikadellen (ich hoffe Ina hat welche gemacht) und selbst gekauftes Frühkölsch in Büchsen im Gepäck. Jaja, Büchsenbier ist nicht besonders damenhaft, aber praktischer fürs Handgepäck als Flaschen, und ansonsten lecker. Ja morgens gegen acht ist bestimmt auch nicht die Uhrzeit schlechthin um dem Bierkonsum zu frönen, aber es ist doch nur ausnahmsweise und es wird auch bestimmt irgendwas gegen neun sein, bis wir die erste Dose zischen lassen 😉
Na und dann heißt es, frei nach Kasalla, ‚aff jeht die wilde Fahrt’…
Ok wollen wir mal hoffen, dass es nicht wirklich eine ‚wilde‘ Fahrt wird, aber hoffentlich eine kurzweilige.
Dann kommen wir irgendwann gegen Mittag in Hamburg, leicht beschwipst, an und beziehen unser Hotel. Und was danach passieren wird, ist alles rein spekulativ. Wir sind mit einer Horde anderer Verrückter dort verabredet, wovon wir tatsächlich kaum jemanden kennen. Die Hossagruppe (lach mich schlapp). Ich bin echt mega gespannt auf das ganze Spektakel. Wir sind samstags, während der Parade, auf einem Wagen eingemietet, was ich Knaller finde, dass so etwas möglich ist. Darauf soll Party pur sein. Habe mir heute tatsächlich das erste Mal im Netz ein paar Bilder dazu angeschaut.  Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung selbst steht schon über ein Jahr! Na ich bin mal wieder von der ganz schnellen Truppe. Morgen gibt es da dann wohl eine Art Partymeile, die ich mir wie die Düsseldorfer Rheinkirmes vorstelle. Frage mich gerade, warum ich da überhaupt zum Schlagermove fahre, da die Rheinkirmes auch dieses Wochenende startet. Und auch die Kölner Lichter finden statt. Hätten also, wahrscheinlich zu erheblich kleinerem Geld, auch im Rheinland feiern können bis der Arzt kommt. Aber man muss ja mal über den Tellerrand schauen um zu bestätigen, dass eigentlich nur die die Rheinländer richtig feiern können ;-). Aber wir wollen mal nicht voreingenommen sein und den Nordlichtern eine Chance geben. Und sollten sie noch hilfsbedürftig sein, so sind wir ja für die Entwicklungshilfe vor Ort bestens geeignet.
Soweit so gut….Sonntag fahren wir dann nachmittags wieder Heim und haben den Montag noch frei zur Ausnüchterung. Das wird wahrscheinlich auch dringend nötig sein.
War letztes Jahr übers Wochenende in Dorf Münsterland. Meine Herren, da hatte ich Schwitzattacken (schade, dass es hier nicht die Äffchen gibt). Also gut, dass wir die Entzugserscheinungen ganz im Stillen bewältigen können.
Dienstag geht’s dann wieder ins Büro und im Laufe der Woche werde ich einen ausführlichen Bericht über den Schlagermove verfassen.

So und darum verabschiede ich mich jetzt und werde das Ding hier nicht unnötig in die Länge ziehen.
Wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende und vielleicht sieht man sich….in Hamburg auf dem Schlagermove 😉

Eure Frau Schwarzbrot

Richtig schlimm!

Wisst Ihr, was richtig schlimm ist? Wenn’s einem so gut geht, dass nichts Interessantes in den Kopf dringt, was man zu Papier bringen könnte.
Ich überlege und überlege, schaue ins Wetter, lese andere Blogs….aber es inspiriert mich gerade nichts wirklich.
Ich müsste ein paar Pfündchen abnehmen. Das beschäftigt mich! Ja, das war schon immer mein Problem. Kaum geht’s mir (zu) gut, nehme ich zu :-(. Nein zu dick bin ich nicht. Aber ich habe meine Wohlfühlzone überschritten und zwei drei Kilos würden schon reichen. Ich bin weiblich, kurvig! Aber dann denkt man sich ja immer, dass fünf bis sieben Kilo auch nicht schlecht wären. Dann wäre man wieder richtig schön schlank. Aber eigentlich bin ich viel zu zufrieden mit mir, um sieben Kilo abzuspecken. Nicht, dass es Frust in mir weckt und es mir dann nicht mehr so gut geht…. Also habe ich mich ein wenig mit der Atkins-Diät beschäftigt. Weil ich so gerne Fleisch esse :-). Aber das Diäten muss noch mindestens zwei Wochen warten. Denn ich muss am Wochenende nach Hamburg zum Schlagermove!!! Und da kann ich nicht Diäten! Und am darauffolgenden Wochenende kommt Renate :-)))))
Wie Ihr seht, es ist wirklich richtig schlimm um mich bestellt 😉
Dabei stellt sich mir die Frage, darf es mir überhaupt so gut gehen, wenn es einigen Menschen um mich herum gar nicht so gut geht? Und da sind tatsächlich einige, denen gerade nicht so dermaßen die Sonne aus dem Popo scheint. Nein, da gibt es sogar richtig existenzielle Sorgen! Aber ja! Natürlich darf es mir gut gehen….ich bin sogar der Meinung, dass es für die Menschen, die mir wichtig sind, sogar sehr gut ist, dass ich gut aufgestellt bin. So bin ich viel leistungsfähiger und kann für sie da sein. So ziehen mich die Sorgen meiner Liebsten nicht runter sondern ich entwickle viel bessere Hilfestellungen als zu Zeiten, in denen ich selber kaum aus den Augen gucken konnte. Ich bin nicht übermütig oder gar herunterspielend…..ganz im Gegenteil. Ich bin froh, dass ich voll einsatzbereit bin. Und, dass ich Zusagen zur Hilfe geben kann ohne skeptisch zu sein, meine Versprechen vielleicht nicht einhalten zu können.

Und wenn ich dann wieder ins Wetter schaue, habe ich dann tatsächlich nur ein Problem: Den Schlagermove! Es bleibt für Ina und mich zu hoffen, dass der Regen in Hamburg Pause macht. Dass die Stadt sich vom letzten Wochenende erholt hat und dass auch bei den Hamburgern ein bisschen die Lust zu feiern zurück gekommen ist. Ich bin wirklich sehr gespannt, was uns dort erwartet. Ich werde berichten.

Na und dann kommt Renate! Ja endlich! Endlich lernt sie auch mein zu Hause kennen. Unsere Freundschaft ist seit den Tagen in Berlin noch viel intensiver geworden. Der Tod ihres Vaters hat mit uns wieder etwas angestellt, was kaum zu erklären ist. Wir telefonieren öfter und wenn, dann ganz schnell mal drei Stunden am Stück. Ich denke wir werden es schaffen uns auch in Zukunft, eng getaktet, zu sehen. Wir wollen uns auch einfach mal in der Mitte treffen. Aber erst einmal kommt sie! Ich freu mich!

Ach und da fällt mir ein….wie könnte ich das unerwähnt lassen….ich fliege nach Ibiza!!!
Es dauert noch ein Weilchen, aber ich freu mich schon irre auf eine schöne Woche mit Ina. Ich war noch nicht auf Ibiza und bin sehr gespannt, was uns dort erwartet. Noch einmal muss ich an dieser Stelle erwähnen wie schlimm das alles ist… 😉

Nun, ich hoffe, ich langweile Euch nicht zu sehr mit meinem alltäglichen Glück! Aber vielleicht habt Ihr ja Lust mir zur Inspiration zu verhelfen und schickt mir einfach ein paar Themenvorschläge, die Ihr gerne einmal von mir beleuchtet hättet. Themen, wo Euch eine (meine) Meinung zu interessiert. Ich weiß, dass es unzählige Themen gibt, die jeden von uns beschäftigen…darum freue ich mich auf Euer Interesse.

Aber etwas fällt mir gerade doch noch ein….ich hatte ja in der letzten Woche zwei Tage frei! Donnerstags hatte ich eine zweistündige Wellnessmassage für meine Tochter und mich gebucht, die ich ihr als kleines Schmankerl noch obenauf zum 18. Geburtstag schenken wollte. Freitags war dann Abiball. Montag kam ich zurück ins Büro! Ich hatte ungewöhnlich viele Anrufe in Abwesenheit auf meinem Telefonclient….Und schon überkam mich ein mir altbekanntes Gefühl. Ich hatte abends zuvor „Lebensabschnitte“ veröffentlich und laut kund getan, dass ich glücklich bin! Als ich die ganzen Anrufe sah, überkam mich für einen Augenblick das Gefühl, dass jetzt die Quittung kommen könnte. War irgendetwas passiert? Es ist schon tief in einer Psyche verankert, dass nach Sonne Regen folgt und umgekehrt. „Alles sucht seinen Ausgleich“ heißt auch einer meiner Texte. Ich hatte für einen kurzen Moment Angst! Angst, dass das Leben schon wieder seinen Ausgleich suchen wollte und mich für meine „laute“ Zufriedenheit bestrafen wollte. Aber dann wurde mir schnell klar, dass ich keine Angst zu haben brauchte. Der Ausgleich ist nicht so zu verstehen, dass man für „Glück“ und „Zufriedenheit“ bestraft wird. Es werden sicherlich immer wieder Zeiten auf mich und auf jeden anderen zukommen, die uns nicht auf Rosenblätter betten. Aber davor muss man keine Angst haben! Denn alles ist zu meistern, wenn man sich selber treu bleibt, sich selbst vertraut und authentisch bleibt.

Ich wünsche allen noch einen schönen Tag! Und all denen, die Sorgen haben und traurig sind, denen wünsche ich Kraft und Zuversicht! Denn am Ende alles Leids kommen die guten und glücklichen Tage!!!

Frau Schwarzbrot

 

Brief an Seppo

Lieber Seppo,

da fällt mir ein, hier weiß ja vermutlich niemand wer Seppo ist. Also mit hier meine ich natürlich meine fleißigen Leser. Um ehrlich zu sein, weiß ich selber nicht so genau wer Seppo ist! Ich kenne ihn ja gar nicht. Also nicht persönlich. Seppo ist mein Nachbarblogger. Gibt es den Ausdruck überhaupt? Also ich bin ja Bloggerin. Das wusste ich ja auch bis vor ein paar Monaten nicht. Als ich die Idee gebar, dass ich mich öffentlich, schriftlich zu Wort melden möchte, erklärte mir meine Tochter, dass ich dann bloggen müsste. Ich bin Mitte 40, da weiß man so etwas nicht zwangsläufig. Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich bis dato nicht wirklich eine Ahnung, was denn so ein Blogger ist. Nun, jetzt bin ich selber einer. Und wie sich herausstellte, mache ich das nicht alleine! 😉 Und um mir das alles besser vorstellen zu können, habe ich beschlossen, dass die anderen Blogger auf diesem Portal, meine Nachbarblogger sind. So und darum ist Seppo quasi mein erster Nachbar. Warum? Weil er mein erster Follower war. Zumindest bin ich so auf ihn aufmerksam geworden. Also Seppo bloggt auf der Seite neben mir. Glaube ich zumindest. Sein Blog heißt Seppolog und der hat Follower!!!! Und zwar nicht nur zwei oder drei…nee der hat schon einige Tausend. Das hat mich schwer beeindruckt! Und natürlich auch seine Texte. Meine Güte habe ich gelacht. Also ich bin nicht der Typ Mensch, der laut los lacht, wenn ich alleine bin. Also wenn ich alleine bin und etwas im TV anschaue oder lese, was lustig ist, lache ich eher in mich hinein. Ich bin ja sowieso der Meinung, dass es so etwas wie kollektivlachen gibt. Also wenn ich im Kino sitze lache ich auch laut. Alle anderen lachen ja auch bei jeder Kleinigkeit. Demnach lache auch ich dort viel eher laut. Nur ich für mich allein eben nicht. Aber wenn ich Seppo lese, ertappe ich mich dabei, dass ich echt aufhören muss, weil ich so lachen muss. Er schreibt wirklich so genial, skurril, witzig aber auch politisch messerscharf…sehr sehr geil. Also wenn Seppo nicht auf kleine Dunkelhaarige stehen würde, würde ich mich hemmungslos an ihn ranschmeißen. Aber ich bin ja nun einmal groß. 1,78 m um genau zu sein. (kleiner Steckbrief) Aber Seppo würde bei mir ein Auge zudrücken. Hat er mir geschrieben!! Vielleicht nehme ich demnächst einfach mal den ICE 547 nach Berlin. Darin fährt Seppo nämlich immer. Ich könnte doch mal wieder Renate besuchen. … Aber erst kommt Renate noch zu mir. Übernächstes Wochenende ist es soweit. Ich freue mich riesig auf Renate. Ich finde es super schön, wie wir unsere Freundschaft über die Distanz gelebt bekommen. Aber erst noch mal zu Seppo. Ich könnte mich auf den Platz 108 setzten im Wagon 21. Er pflegt nämlich immer  Platz 106 zu wählen, wenn er nach Berlin fährt. Ich glaube, wenn ich das richtig mitbekommen habe, pendelt er immer von Düsseldorf nach Berlin. Und wenn ich dann auf dem Platz neben Seppo sitze, hat die verliebte Zugbegleiterin keine Chance mehr! Ich werde ihn für mich beanspruchen. Ich werde ihn alles fragen, was ich schon immer wissen wollte und ich werde flirten! Obwohl….Seppo hat eine Mitbewohnerin. So nennt er sie zumindest. Und ich bin mir auch hier nicht ganz sicher, ob sie nur Mitbewohnerin ist. Das ist auch gar nicht so leicht herauszufinden, weil Seppo nicht immer in der Realität lebt bzw. schreibt. Das kann man eben nicht immer so genau erkennen. Nein Seppo lügt nicht. Seppo erfindet Geschichten und verbindet sie mit der Realität. Sehr genial wie ich finde. Seppo hat gar keine Ahnung, welch großen Fan er in mir gefunden hat. Nun ich denke zumindest wird er sehr beeindruckt sein, dass ich durch ihn hier von meinem eigentlichen Weg abgekommen bin (Schwarzbrot für die Liebe) und ihm einen ganzen Bloggbeitrag widme. Aber wenn ich noch einmal darüber nachdenke,  bleibe ich mir eigentlich treu….Auf jeden Fall wird er bestimmt stolz sein. Er hat übrigens auch eine eigene Facebookseite! Sie heißt schlicht Seppo. Und eigentlich wollte ich ihm hier einen Brief schreiben…..

Lieber Seppo,
schau mal, ich habe Dir einen Blogeintrag gewidmet, weil ich Deine Art zu schreiben sehr beeindruckend finde. Aber nicht nur Deine Art auch Dein Erfolg ist beeindruckend.  Ich denke, dass ich von Dir noch einiges lernen kann. Und bestimmt hast Du den ein oder anderen Tipp für mich….Wir Rheinländer müssen doch zusammen halten 😉
Also ich hoffe Du freust Dich, dass ich über Dich geschrieben habe und hier große Werbung für Dich betreibe:-). Und ich hoffe meine Leser tun das auch!
Ich danke Dir für die Inspiration und bin gespannt auf Deine Reaktion!!

Liebe Grüße
Petra

Und meinen Lesern schicke ich liebe Grüße und hoffe Ihr hattet Spaß an einem etwas anderen Blogbeitrag als sonst. Mir hat es jedenfalls großen Spaß gemacht.

Eure Frau Schwarzbrot

 

Lebensabschnitte

In der letzten Woche hat sich einiges verändert. Meine Tochter ist 18 geworden, hat ihr Abitur ja schon bestanden und demnach folgte die Entlassfeier in der Schule. Man könnte jetzt meinen, dass das für eine (alleinerziehende) Mutter, beängstigende Momente sind. Ein Lebensabschnitt geht zu Ende und ein Neuer beginnt. Aber nicht nur für den Heranwachsenden, auch für die Eltern, in meinem speziellen Fall, für mich! 😉 

Nun ich müsste lügen, und jetzt wissen ja alle, dass das nicht mein Metier ist;), und so gebe ich gerne zu, auch ich hatte meine Momente der Angst, der Ungewissheit und der Sorge. Aber um so näher es auf diesen Tag, in unserem speziellen Fall auf diese Woche zuging, desto mehr freute ich mich auf den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt. Es war mir gelungen allem Neuen ausschließlich Positives abzugewinnen.

Einen kleinen Exkurs, nur mich betreffend, möchte ich hier jetzt gerne machen. Ich selbst fühle mich, seit ein paar Wochen, an einem Neustart… ich kann es gar nicht bis ins Kleinste schildern, aber plötzlich spürte ich Aufbruchstimmung in mir. Plötzlich lichtete sich mein persönlicher Nebel Schritt für Schritt und es gelang mir, die klare Sicht auf das Leben, auf die Liebe und auf mich. Lange Zeit konnte ich im Rückblick keine große Veränderung erkennen. Ja Nuancen konnte ich mir zugestehen, aber keine entscheidende Veränderung. Das Wort ‚eigentlich‘ schwang in meinem Leben noch alltäglich mit. Plötzlich war es weg! Plötzlich ging es mir nicht mehr eigentlich gut, plötzlich ging es mir gut! Plötzlich gestand ich mir ein ‚glücklich‘ zu sein!! Und was hatte sich verändert? Ich erlaube mir jetzt das Hilfsmittel namens Spannungsbogen und bitte noch um etwas Geduld… die Antwort kommt gleich😉…. 

Als Krönung meines Neubeginns, färbte ich mir meine Haare. Das tun Frauen an so einem Ende eines Lebensabschnitts oder an einem Neuanfang 😉. Nachdem ich jahrelang als Blondine durchging, beschloss ich nun, mein Leben der Welt der Brünetten zu erschließen…Sollte sich mir da nicht auch eine vollkommen neue Männerwelt auftun?🤔 Eines kann nich schon heute berichten…. das Leben der Brünetten ist keinesfalls langweiler, als das der Blondinen! Im Gegenteil😌. Ihr bemerkt, ich schreibe heute mit dem Handy und so eröffnen sich mir hier eine ganze Menge mehr Möglichkeiten😂. Irgendwie komme ich heute vom Thema ab… aber das erlaubt mir meine künstlerische Freiheit😉…

Gut zurück zum Thema. Um wirklich ganz ehrlich zu sein, das habe ich heute auch meiner Freundin Ina so gesagt, fühle ich mich zur Zeit, so glücklich wie noch nie. (Die Auflösung des Spannungsbogens folgt jetzt.) Nein! Es gibt keinen „neuen“ Mann in meinem Leben! Es gibt im Moment nur mich! Noch nie war ich in meinem Leben mit mir so eins wie gerade. Auch wenn die Tage natürlich nicht alle zu meiner vollsten Zufriedenheit ablaufen, so gelingt es mir entweder das Beste daraus zu machen oder aber mich für eine kurze Weile aus dem Verkehr zu ziehen, mein jeweiliges Problem zu akzeptieren, die Situation zu analysieren und mich selbst zu reflektieren. Danach gehe ich gestärkt und geerdet wieder ins Leben und bin gespannt, was sich als nächstes so bietet. Das Leben bleibt immer im Fluss und man muss es „nur“ leben…

So und demnach freue ich mich auf den neuen Lebensabschnitt meiner Tochter und auch auf meinen eigenen… Ich werde uns beobachten und sie begleiten. Aber ich werde, und das praktiziere ich auch schon einige Zeit, auch Abgrenzung und Freiraum schaffen, damit jede von uns die Möglichkeit hat, sich in ihrem neuen Lebensabschnitt frei zu entfalten.

So und mit diesen Worten schließe ich für heute, zu einer für mich ungewöhnlichen Zeit, wünsche eine gute Nacht und einen tollen Start in die neue Woche.

Alles Liebe Frau Schwarzbrot

Wahrheit oder Lüge

Warum sprechen wir nicht immer und überall die Wahrheit? Warum lügt der Mensch?
Nun, meine Favoritband Kasalla hat diesem Thema ein Lied gewidmet… „Nit die janze Wohrheit“ ….hier geht es ums ‚verschönern‘ ums ‚höflich sein‘. Hier werden kleine ‚Notlügen‘ beschrieben. Das ist nicht mein Thema. Mich interessiert warum man lügt!
Warum man sich selbst besser da stehen lassen will….warum man nicht zu sich selbst steht?

Nur käme ich ja nicht auf dises Thema, wäre mir nicht dazu das ein oder andere widerfahren. Ich persönlich habe mit „Lügen“ große Probleme. Ich kann lügen nur sehr schwer verzeihen. Warum ist das so?
Ich selbst halte mich für einen sehr ehrlichen Menschen, vielleicht zu ehrlichen Menschen. Mir fällt es schwer zu sagen ‚das Kleid sieht toll aus‘ und in Wirklichkeit ist es viel zu eng. Ich bin ehrlich und direkt. Gut auch da kann man sich höfliche und freundliche Varianten aneignen, die durchaus eine positive Wirkung mit sich bringen. Aber lügen oder netter ausgedrückt, nicht die Wahrheit sagen, finde ich furchtbar. Und das meine ich ehrlich!

Warum empfinde ich lügen als so schlimm und warum überhaupt lügen Menschen?
Nun, ich finde lügen schlimm, weil ich mich mit meinem Gegenüber auseinander setzte. Ihm zuhöre, Zeit schenke, Aufmerksamkeit widme, mir Gedanken über ihn mache…. Und dann erfahre ich plötzlich, dass ich angelogen wurde. Entweder, man gesteht mir die Lüge oder ich komme selbst drauf…..was ja noch unschöner ist. Was dann passiert ist fatal. Ich stelle jeden Satz in Frage. Vertrauen geht verloren. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…. Leider ist an diesem Satz viel Wahrheit. Man stellt plötzlich fest, dass vielleicht ein guter Freund, in einer entscheidenden Geschichte, gelogen hat. Und schon steht die ganze Person in Frage. Man fragt sich immer wieder ‚hat er mich nur diesbezüglich angelogen oder waren da tatsächlich viel mehr gelogenen Worte im Spiel?‘ Dann kommt die Frage auf ‚Wer ist sie oder er eigentlich wirklich?‘ Vielleicht habe ich diese Person für ganz bestimmte Dinge bewundert, gemocht oder sogar geliebt. Und nun? Ist die Bewunderung ect. überhaupt noch angebracht? Habe ich eigentlich jemals erlebt, dass der- oder diejenige dieses oder jenes wirklich kann….? Oder wurde hier auch gelogen und dick aufgetragen? Fakt ist, mir wurde etwas vorgegaukelt, was nicht der Wahrheit entspricht.

Aber warum lügen Menschen? Warum erzählen sie falsche Begebenheiten oder geben vor etwas zu Wissen und haben eigentlich keine Ahnung?
Ich denke hier schließt sich mal wieder der Kreis. Aus Mangel an Selbstbewusstsein. Aus Mangel an Selbstvertrauen, aus Mangel an Selbstachtung -würde und SELBSTLIEBE!

Jeder Mensch verfügt über Talente und Gaben. Keiner kann alles! Und jeder ist einzigartig. Jeder ist ein Individuum. Viele Menschen glauben, sie müssten irgendetwas besonderes können um toll gefunden zu werden – ja um Bewunderung zu erlagen. Ist das so? Oder sind viele Menschen gerade wegen ihrer Schwächen so beliebt? Wegen ihrer kleinen Unzulänglichkeiten? Mag ich nicht einen Mensch oft sehr gerne, weil er das gleiche Problem hat wie ich? Weil er auch manchmal mit den Kilos kämpft oder weil er auch manchmal nicht perfekt ist? Lachen wir nicht herzlich, wenn in einem Theaterstück eine Panne passiert? Dann lachen wir die Schauspieler nicht aus! Wir freuen uns, dass auch die da oben Schwächen haben, so wie wir, die wir da unten sitzen.
Natürlich bewundern wir Menschen für besondere Gaben. Aber hat Bewunderung immer und unbedingt etwas mit ‚beliebt sein‘ zu tun? Ist Bewunderung = Beliebtheit?

Natürlich kann es passieren, dass Menschen sich von uns abwenden, weil wir Ansprüche nicht erfüllen. Aber müssen wir uns dann nicht die Frage stellen, ob diese Menschen überhaupt kompatible sind mit uns? Ich denke, dass Menschen, die lügen, mit sich selbst im Krieg stehen. Sie können sich selbst nicht annehmen und akzeptieren. Sie mögen ihre kleinen sympathischen Unzulänglichkeiten nicht. Sie wollen jemand anderer sein. ABER DAS GEHT NICHT! Und das ist auch überhaupt nicht nötig!

Es gibt jedoch etwas, was ich noch viel schlimmer finde, als über sich selbst zu lügen. Nämlich Menschen, die Lügen über andere Menschen verbreiten oder Menschen, die andere fälschlicher Weise beschuldigen gelogen zu haben.
Menschen die mit dem Finger auf andere zeigen, wollen auf Kosten anderer gut da stehen und mal wieder über ihre eigenen Schwächen hinweg täuschen. Dieses Verhalten grenzt dann an Gemeinheit. An Verleumdung. An Diskreditierung!

Liebe Leserinnen und Leser,

bitte habt Respekt und Liebe für Eure Mitmenschen! Bitte belügt sie nicht! Nicht mal für Winzigkeiten. Wir sind alle von Natur gegebene, nette, hübsche, loyale und gute Wesen. Macht Euch nicht selbst zu etwas Schlechterem, indem ihr lügt. Nein, wir sind nur kurzfristig durch Lügen besser. Aber in Wahrheit sind wir alle gleich gut und gleich toll. Keiner ist wirklich ersetzbar, weil wir alle zu einem schönen und große Ganzen beitragen. Wir ergänzen uns alle hervorragend. Darum lasst den Macht- und Konkurrenzkamp sein und steht zu Euch und liebt Euch!
Nein, keine Sorge, ich bin nicht unter die Prediger gegangen!!! Aber die ganze Unwahrheit und Lügerei widert mich wirklich an! Und darum richte ich hier und heute einmal diese Bitte an Euch!

Dankeschön für Eure Treue! Danke, dass mir doch hier recht viele zuhören und meine Texte lesen. Danke, dass Ihr mir meine kleinen Fehler verzeiht! Und danke, dass ich sein darf wie ich bin und meine Wahrheit hier erzählen darf!

Viele ehrliche Grüße
Frau Schwarzbrot

 

Warum verharren wir manchmal in Situationen…

… die uns eigentlich unglücklich machen?

Danke an Nika – Depressiver Optimist für diese Fragestellung! https://adrenalinekillspain.wordpress.com/2017/06/10/warum-verharren-wir-manchmal-in-situationen/

Diese Frage fand ich absolut ‚Schwarzbrot für die Liebe‘ und möchte darum versuchen sie hier aus meiner Sicht zu beantworten:
Es ist wahrlich nicht immer leicht, sich aus den Fesseln des eigenen Lebens zu befreien. Da gibt es natürlich die unterschiedlichsten Schicksale, die einen zum Verharren im eigenen Leben, welches zur Zeit unglücklich macht, zwingen können.
Ich finde, dass es bestimmt oft Auswege und Lösungen gibt. Und sei es nur, indem man seinen Blickwinkel bzw. die Perspektive ändert. Stillstand ist Rückgang heißt eine bekannte Parole, der ich viel Wahrheit abgewinnen kann!
Natürlich habe ich mich selbst schon oft in Lebenssituationen wiedergefunden, in denen ich unglücklich war! Und natürlich bin ich oft – rückblickend vielleicht auch zu lange – in Situationen verharrt, die ich entweder eh nicht ändern konnte oder mich nicht dazu in der Lage fühlte. Aber ich muss sagen,

                                      „Der Mensch lernt nur, wenn er Scheiße frisst!“

Ich kann diesem Zitat nur zustimmen. Erst aus der Krise heraus, ist man oft erst in der Lage, sich aus Fesseln zu befreien. Man hat vermutlich Angst, dass alles nur noch schlimmer werden könnte. Aber ist das wirklich so? Natürlich muss man sich z. B. nach Trennungen erst einmal wieder neu aufstellen, die Finanzen neu sortieren, Freundschaften erkennen, die keine waren ect. Aber aus dieser Krise geht man gestärkt hervor.

Aber die Frage lautete ja warum verharren die Menschen in unglücklichen Situationen. Ich denke der größte Antrieb ist die Angst. Angst vor Veränderung. Angst ist eine unglaublich große Macht! Und nur schwer kommt man dahin, zu erkennen, dass die Angst eigentlich gar keine Macht besitzt. Oft stellen sich Situationen, vor denen man Angst hat, als völlig harmlos heraus. Man hat unter Umständen Angst vor „zu wenig Geld“. Das ist eine sehr existentielle Angst, die unglaubliche Macht einnehmen kann.
Ich selbst hatte vor vielen Jahren einmal eine Situation in meinem Leben, in der ich mit, für meine Verhältnisse, sehr wenig Geld auskommen musste. Diese Zeit hat mir die Angst genommen. Es waren harte Zeiten! Aber ich habe sie gemeistert. Heute weiß ich, dass wenig Geld mich nicht umbringt. Dass ich gut wirtschaften kann! Dass ich mir nicht zu schade bin, einen Nebenjob anzunehmen. Dass nach schlechten Zeiten wieder gute kommen. Diese Zeit hat mich sehr stolz gemacht! Diese Zeit hat mich gestärkt und mir Kraft gegeben.

Jeder Mensch, der sich traut, wird sich selber kennen lernen! Jeder Mensch, der sich von seiner Angst nicht einschüchtern lässt, kann mutig in die Zukunft treten. Jeder Mensch, der die Kraft findet einen Schritt vor den nächsten zu setzten, wird feststellen, dass es immer vorwärts und niemals rückwärts geht.
Doch manchmal fühlt es sich so an, obwohl man schon viele Schritte getan hat, als würde sich nichts bewegen….in so einem Moment lohnt sich der Blick zurück! Erst dann sieht man, was man schon alles geschafft hat, wie weit man schon gegangen ist und was man schon alles hinter sich gelassen hat. Dann stellt man oft erst fest, wie gelähmt man einst war, als man nicht weiter gegangen ist. Oft kann man sich sein eigenes Verhalten dann gar nicht mehr erklären. Mit Abstand wird die Sicht klarer und freier. Mit Abstand betrachtet, lohnt sich jeder Schritt, den man sich entfernt hat. Von sich selbst, von seiner eigenen Situation und von seinem eigenen Leben. Denn dann findet man erst zu sich selbst und zu seinem eigenen Leben!

Und dann gibt es auch noch die Angst vor der Einsamkeit! Und auch da kann ich ein Liedchen von singen. Meine Güte, wie viel Macht hatte eine Lücke im Terminkalender über mich! Aber auch dieser Angst hab ich mich irgendwann gestellt! Zunächst wirkte die Stille bedrohlich. Bis ich anfing sie zu genießen! Bis ich Kraft aus der Einsamkeit zog. Bis ich bemerkte nicht mehr so müde zu sein, wie in der ganzen Zeit zuvor, als ich mir die Ruhe nicht gönnte. Und aus der Einsamkeit wuchs die Kraft sich selbst zu vertrauen. Dinge allein und selbst zu versuchen.

Aus der Einsamkeit heraus wuchs ich über mich hinaus!

Es mag sich verrückt anhören, aber die Einsamkeit machte mich süchtig! Süchtig nach Ruhe, nach Reflektion, nach Zeit mit mir und für mich! Aus der Einsamkeit wuchs das Vertrauen in mich selbst! Aus der Einsamkeit heraus wuchs das Gefühl in mir selbst zu ruhen und mit mir selbst im Reinen zu sein!

Eines möchte ich dazu abschließend noch sagen: Ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen…oder doch…schon ein wenig Weisheit ist in mich geflossen. Aber diese habe ich mit Teelöffeln zu mir genommen. Schlückchen für Schlückchen. Alles braucht seine Zeit. Aber so wie ich mich heute fühle, habe ich mich noch nie gefühlt! Und ich sage nicht, dass ich angekommen bin! Das Leben ist eine Reise und jeder Tag eine Herausforderung und jeder Moment ein Genuss!

Alles Liebe
Frau Schwarzbrot